Franz Bahr - Metallbildhauer
             
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medialer Kontext - Franz Bahr und seine pneumatic sculptures

 
   
 


Als Mc Luhan 1964 sein Werk „The Medium is the Message“ veröffentlichte, war er seiner Zeit nicht nur weit voraus, sondern reflektierte wie kein anderer, welchen Einfluss die Medien auf die Menschheit und die Kultur haben. Es war die Zeit, als das mechanistische Zeitalter vom elektrischen abgelöst wurde.
Im mechanistischen Zeitalter dominierten die Maschinen und bestimmten den Tagesablauf, es war das Zeitalter der Linearität: eins folgt auf dem anderen. Im gesellschaftlichen und kulturellen Kontext bedeutet dies: Es war die Zeit der Prinzipien, Dogmen und der Objektivität.

In der Architektur dominierten monumentale Bauten mit kleinen Fenstern. In der Kunst sind es Abbilder des menschlichen Bewegungsapparates und der in der Natur vorkommenden Geometrien.
Ein besonderes Phänomen des elektrischen Zeitalters ist die Gleichzeitigkeit: Durch die elektronische Datenübertragung schrumpfen Raum und Zeit zusammen, alles ist überall und gleichzeitig verfügbar. Radikale politische und kulturelle Bewegungen waren typische Begleiterscheinungen dieses Übergangs.
Die im mechanistischen Zeitalter vorherrschenden typischen hierarchischen Strukturen wurden in Frage gestellt.

Während im mechanistischen Zeitalter monumentale Skulpturen mit einem großen Schwerpunkt auf das Material vorherrschte und immer auf einem Sockel standen, traten im elektrischen die ersten medialen Installationen auf: sie waren flüchtig: ebenso schnell wieder verschwunden, wie sie aufgetaucht sind. Just addiert sich das Phänomen des Lichtzeitalters: die Berührungslosigkeit. Informationen werden mit Hilfe von Lichtleitern übertragen, mit dem Laser operiert, Licht in Energie umgewandelt.

Die „pneumatic sculptures“ reflektieren genau jenes Zeitgeschehen: Linear erstellte Skizzen werden auf elektronischem Weg in Zeichnungsdateien umgewandelt.

Mit Hilfe dieser elektronischen Information schneidet eine Maschine mit Licht (Laser) die Formen aus den Blechen, den späteren Hüllen. An die Stelle des mechanischen Feuers tritt nun das elektrische Feuer zum verschweißen. Luft als formgebendes Medium ersetzt den Meißel, und zwar überall und gleichzeitig. Diese Skulpturen brauchen keine Masse mehr, zwischen dem Inneren und dem Äußeren befindet sich letztendlich nur eine dünne Hülle, - Kontakt zur Erde haben sie nur punktuell.

Dominierte im mechanistischen Weltbild noch der Bewegungsapparat des Menschen, so bildet das elektrische Zeitalter bezeichnenderweise das Gehirn und dessen Netzwerkstruktur ab. So verwundert es nun nicht mehr, dass die pneumatic sculptures sowohl ihren schöpferischen Ursprung als auch ihr Ziel wieder im unbewussten Teil des menschlichen Denkapparates finden.